Aufbauseminar: Trauergruppen leiten

WANDEL Verdorrte Blätter zeigen uns was der Tod vermag. Wir kleiden uns in Schweigen und düstern mit dem Tag. Es kreisen schon die Krähen um alles was verfällt. Der Herr lässt es geschehen, dass nichts zusammenhält. Und ist es dann geboten, dass endet was begann, so flehen wir die Toten um neuen Wandel an.
– Rose Ausländer –

Trauernde Menschen haben vielfach keine Unterstützung in ihrem Umfeld. Aus Unwissenheit und Scheu vor den großen Gefühlen wehren Familienangehörige, Kollegen, Nachbarn und Freunde Klagen und andere Leidäußerungen ab. Sie erwarten ein möglichst schnelles Abklingen dieses für sie befremdlichen oder verunsichernden Zustands. Der Rückhalt in einer Gruppe aber ist für die Hinterbliebenen, erst recht als ganz allein Zurückgebliebene, von großer Bedeutung. In einer Trauergruppe erfahren sie, dass sie nicht allein sind, dass sie richtig fühlen, dass sich Trauer verändert und leichter werden kann. Vor allem erleben sie Interesse, Zuverlässigkeit, feste Strukturen, somit Halt in haltlosen Zeiten.

Systemische Trauerbegleitung ist Prozess(mit)gestaltung einer gemeinsam entwickelten Choreographie im System der Trauerbegleiter. Entsprechend seiner Haltung lädt der Trauerbegleiter mit seinen Interventionen die einzelnen Gruppenmitglieder ein, einen anderen Blickwinkel einzunehmen, neue Erfahrungen (miteinander) zu machen und ihre Interaktionen zu erweitern. Das Systemische Handwerk verfügt dafür über eine breite und langerprobte Palette von Methoden, um Entwicklungsprozesse durch Veränderung hindurch zu begleiten und zu (unter)stützen.

Da die Dinge nie so sind, wie sie sind, sondern immer das sind, was man aus ihnen macht, gehört es zur systemischen Trauerbegleitung, Trauernde darin zu unterstützen, das Passende aus der Begleitung auszuwählen in Bezug auf seinen Nutzwert im Alltag. Gute Begleitung wirkt im Außen und wirkt nach, während die Sitzungen in der Trauergruppe schwerpunktmäßig Raum zur Reflexion bieten und Impulsgeber sind. Anhand eines roten Fadens entwickeln die Trauerbegleiter mit den Trauernden kleine Schrittabfolgen zur Rückkehr in das Eigenleben. So spürt der begleitete Trauernde immer wieder Eigenverantwortung und erfährt seine ihm aktuell zur Verfügung stehenden Kräfte und Ressourcen.

Ziele

Die Teilnehmenden setzen sich mit dem Selbstverständnis als Trauerbegleiter auseinander, reflektieren ihr personenbezogenes Wissen, werden in ihrer Systemkompetenz gefördert und gestärkt, sie erweitern und festigen ihre sozialen Kontaktfähigkeit, ihr Wissen, das Methodengespür, die Prozesssteuerungskompetenz und Selbstachtsamkeit, sie werden in ihrer Anschlussfähigkeit an die subjektive Welt des Trauernden gefördert, als Teil des interaktiven Systems lernen sie sich bewusst zu kontrollieren und können sensibel affektive Nähe und professionelle Distanz ausloten.

Inhalte

Bausteine der Trauergruppenarbeit, Verantwortlichkeit und Professionalität der Begleiter, Methoden der Trauerbegleitung, Strukturen und Rahmenbedingungen, Qualitätssicherung, Kommunikations- und Gestaltungsfelder der Trauerarbeit.

Veranstalter & Termine

DETAILS


Zielgruppe:
Mitarbeitende im Gesundheitswesen und in ehrenamtlichen Hospiz- und Palliativdiensten

Kursumfang:
28 Stunden

Kursleitung:
Ute Pelzer, zertifizierte Trauerzentrierte Fachberatung (Bundesverband Trauerbegleitung e.V.), zertifizierte Kursleiterin/Trainerin Palliative Care (DGP)

Abschluss:
Zertifikat (Aufbau-Qualifikation)

Kursgebühr:
360,00 Euro inkl. Unterlagen

Anmeldung:
Füllen Sie unser Kontaktformular aus oder senden Sie uns das ausgefüllte Anmeldeformular.


Anmeldeformular

Laden Sie die PDF-Datei herunter, füllen Sie diese am besten direkt am Bildschirm aus und senden Sie uns diese unterschrieben zu.

Veranstalter & Termine

Ev. Pflegeakademie Xanten

IGLS Ambulante Hospizgruppe Kevelaer