Fortbildung: Basisqualifikation Wege in der Trauerbegleitung


Du denkst deinen strömenden Tag, schwimmst mühsam durch das Stundenwasser.
Die Nacht denkt dich von Stern zu Stern.
Im Schlafwandelatem, du merkst nicht, dass du Abschied nimmst.
– Rose Ausländer –


Veränderung ist ein zentrales Merkmal aller Lebensrhythmen. In diesem Prozess der Veränderung sind Werden, Sein, Vergehen und Neuentstehen Wendepunkte in unserem Leben und durchziehen kontinuierlich unsere Biografie. Bis zum letzten großen Übergang am Ende des Lebens in den Tod werden uns diese Wendepunkte begleiten und uns immer wieder aufs Neue herausfordern.

Wenn Veränderungen Teil des Lebens sind, dann sind Menschen auch entsprechend ausgestattet, diesen Grundsituationen und Widerfahrnissen des Lebens; Krankheit, Leiden Sterben und Tod zu begegnen. Die Fähigkeit, die wir dazu benötigen, ist unsere Trauerfähigkeit. Sie ist die Auseinandersetzung und Verarbeitung vom Verlust der körperlichen und geistigen Fähigkeiten, von Lebensentwürfen und Lebenszielen, von geliebten Menschen und von dem vertrauten Lebensraum, dem „Zu Hause sein“.

Somit verstehen wir Trauerprozesse als individuelle Reifungsprozesse und systemische Entwicklungszeiten. Das bis dahin gelebte, gewohnte Leben ist nicht mehr länger lebbar. Es sind Chaoszeiten, in denen wir uns halt- und schutzlos herumgewirbelt fühlen, wie vertrocknete Herbstblätter im rauen Herbststurm. In diesen Zeiten gehen wir auf harten Trauerwegen. Wir müssen diesen Trauermaraton durchleben, durchstehen und mitunter auch schmerzvoll durchleiden, bis wir Schritt für Schritt ein neues Gleichgewicht erlangen. Das kann aber nicht das alte sein, denn es ist um all die Erlebnisse, Erfahrungen, Erkenntnisse und Veränderungen erweitert, ein bisher noch nicht dagewesener Zustand. Er ist seinerseits wiederum Ausgangspunkt für weitere Entwicklungen in das Eigenleben.

Auf den Trauerwegen der An- und Zugehörigen und der Menschen die sterbend sind, erleben wir die Einzigartigkeit und individuelle Eigenart der Ausdrucksweisen, die von außenstehenden Beobachtern oftmals als unverständlich oder bizarr eingestuft werden. Für die Trauernden haben diese Emotionen eine tiefe Sinngebung und sind wertschätzend zu respektieren.

Die persönliche Auseinandersetzung mit biographischen Verletzungen, schmerzvollem Miterleben von Leiden, mit den eigenen Verlust- und Versagensängsten, mit der Reaktionen auf Hilflosigkeit, auf Ohnmachtsgefühle und eigener Fehlerhaftigkeit, bereitet die Trauer-begleitende, welcher Profession sie auch angehören mögen, auf die Begleitung vor und stärkt sie in der persönlichen Haltung. Zum qualifizierten methodisches Rüstzeug der Trauerbegleitenden gehört, dass sie das zur Verfügung stehende Spektrum unterschiedlichster Selbstempfindungen auf beiden Seiten wahrnehmen und die Grenzen des eigenen Handelns und der Trauer darüber nicht als Kontrollverlust erleben. So gerüstet können sie sich in eine authentische Beziehungsgestaltung wagen.

Ziele

Die Teilnehmenden setzen sich auf der fachlichen Ebene mit den Resilienzfeldern auseinander, sie kennen und erkennen Copingstrategien in der Trauer und können damit umgehen, auf der Ebene der sozialen Kompetenz setzten sie sich mit dem Unterschied von Mitgefühl und Mitleid auseinander, sie können tragfähige und entwicklungsförderliche Begleitprozesse gestalten, können Überforderungssituation der Trauernden erkennen und aktiv den Kommunikationsverlauf gestalten, lernen die Kompetenzen der Trauernden als Ressourcen im Prozess der Trauerbegleitung kennen, auf der personalen Ebene reflektieren sie ihre Motivation zur Trauerbegleitung, sie setzten sich mit ihren persönlichen Grenzen auseinander und erkennen diese an, um Ohnmachtsgefühle aushalten zu können.

Inhalte

Trauer als systemischer Entwicklungsprozess, Trauer in unterschiedlichen Lebensabschnitten, Säulen der Resilienz der Trauernden und Trauerbegleiter, Haltung der Begleitenden, Beziehungsgestaltung, Prozessgestaltung und Intervention.

Veranstalter & Termine

DETAILS


Zielgruppe:
Mitarbeitende im Gesundheitswesen und ehrenamtlich Mitarbeitende in Hospiz- und Palliativdiensten

Kursgebühr:
360,00 Euro

Abschluss:
Teilnahmebescheinigung, (Dieser Abschluss ist die Voraussetzung zum Erlangen des Zertifikats „Trauergruppen leiten“)

Kursleitung:
Ute Pelzer, zertifizierte Trauerzentrierte Fachberatung, zertifizierte Trauerbegleiterin (Bundesverband Trauerbegleitung e.V.), zertifizierte Kursleitung/Trainerin Palliative Care (DGP)

Anmeldung:
Füllen Sie unser Kontaktformular aus oder senden Sie uns das ausgefüllte Anmeldeformular.


Anmeldeformular

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Veranstalter & Termine

Fachseminar für Altenpflege Xanten

28.09.2018

Veranstaltungsort:
Karthaus 8-10, 46509 Xanten

DRK-Schwesternschaft Krefeld e.V.

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IGSL Ambulante Hospizgruppe Kevelaer